Kapitel 09 · Online gefunden werden

Google-Unternehmensprofil einrichten und pflegen

Der kostenlose Eintrag in Google Suche und Maps ist für lokale Betriebe oft der wichtigste Online-Baustein. So legen Sie ihn an, bestätigen ihn und halten ihn mit wenig Aufwand aktuell.

Ein Google-Unternehmensprofil richten Sie in vier Schritten ein: prüfen, ob es schon einen Eintrag gibt, das Profil anlegen oder beanspruchen, den Betrieb bestätigen und alle Felder vollständig ausfüllen. Danach entscheidet die Pflege darüber, wie gut das Profil wirkt: aktuelle Öffnungszeiten, eigene Fotos und beantwortete Bewertungen. Warum das Profil für lokale Betriebe so wichtig ist und wie es mit Website und Inhalten zusammenspielt, beschreibt das Kapitel Sichtbarkeit online.

Voraussetzungen

Ein Unternehmensprofil ist für Betriebe gedacht, die während ihrer angegebenen Zeiten persönlichen Kontakt mit Kunden haben, entweder an einem Standort oder beim Kunden vor Ort. Das trifft auf Läden, Praxen, Gastronomie und Handwerksbetriebe zu. Reine Online-Angebote ohne Kundenkontakt sind nach den Google-Richtlinien nicht vorgesehen.

Bereitlegen sollten Sie:

  • ein Google-Konto, idealerweise mit einer betrieblichen E-Mail-Adresse, auf die mehr als eine Person Zugriff hat,
  • den Namen des Betriebs genau so, wie er im Alltag, auf dem Schild und im Briefkopf steht,
  • Adresse oder Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website und Öffnungszeiten,
  • einige eigene Fotos von außen, innen und von der Arbeit.

Schritt 1: Vorhandenen Eintrag suchen

Suchen Sie in Google Maps nach Ihrem Betriebsnamen und Ort. Häufig existiert bereits ein Eintrag, den Google aus öffentlichen Daten erstellt oder den ein früherer Mitarbeiter oder Dienstleister angelegt hat. In diesem Fall legen Sie kein neues Profil an, sondern beanspruchen den bestehenden Eintrag über den Hinweis für Inhaber. Ist das Profil bereits von jemand anderem bestätigt, fordern Sie die Inhaberschaft an.

Schritt 2: Profil anlegen

Ist kein Eintrag vorhanden, legen Sie das Profil neu an. Google fragt nacheinander ab:

Angabe Worauf Sie achten sollten
Name Nur der tatsächliche Name, ohne Zusätze wie Ort oder Leistung, wenn diese nicht zum Namen gehören
Hauptkategorie Die Kategorie, die Ihr Kerngeschäft am genauesten beschreibt, etwa „Elektriker“ statt „Handwerker“
Standort Adresse, wenn Kunden zu Ihnen kommen; sonst Einzugsgebiet und Adresse ausblenden
Kontakt Telefonnummer, unter der der Betrieb tatsächlich erreichbar ist, und Website
Öffnungszeiten Zeiten, zu denen Kunden Sie erreichen oder besuchen können

Keine Suchbegriffe im Namen

Zusätze wie „Malerbetrieb Müller | Fassade Innenputz Musterstadt“ widersprechen den Richtlinien. Sie können dazu führen, dass Google den Namen korrigiert oder das Profil sperrt. Der Name im Profil sollte mit Schild, Briefbogen und Impressum übereinstimmen.

Schritt 3: Betrieb bestätigen

Erst nach der Bestätigung erscheinen Ihre Angaben verlässlich und Sie erhalten alle Funktionen. Google wählt die verfügbaren Bestätigungswege je nach Betrieb aus. Möglich sind unter anderem eine kurze Videoaufnahme, die Standort, Beschilderung und Arbeitsmittel zeigt, sowie je nach Fall Telefon, E-Mail oder Post. Für ein Video sollten Außenschild oder Firmenfahrzeug, der Zugang zum Geschäftsraum und ein Nachweis wie Werkzeug oder Kasse in einer zusammenhängenden Aufnahme zu sehen sein.

Halten Sie während der Bestätigung keine Angaben wie Name oder Adresse in Bearbeitung, das kann den Vorgang verzögern.

Schritt 4: Profil vervollständigen

Ein vollständiges Profil beantwortet die Fragen, die Suchende vor dem ersten Anruf haben. Ergänzen Sie nach der Bestätigung:

  • Nebenkategorien: wenige, die zusätzliche Kernleistungen abbilden. Zu viele Kategorien verwässern das Profil.
  • Beschreibung: in eigenen Worten, was Sie anbieten, für wen und in welchem Gebiet. Ohne Werbefloskeln, ohne Links und ohne Suchbegriffketten.
  • Leistungen oder Produkte: die wichtigsten Angebote mit kurzer Erklärung.
  • Sonder-Öffnungszeiten: Feiertage, Betriebsurlaub und geänderte Zeiten, damit niemand vor verschlossener Tür steht.
  • Attribute: zum Beispiel Barrierefreiheit des Eingangs oder Zahlungsarten, soweit für Ihre Kategorie angeboten.
  • Fotos: Außenansicht, wie man den Eingang findet, Innenräume, Team und Arbeitsbeispiele. Eigene Fotos wirken glaubwürdiger als Stockbilder. Was eine einheitliche Bildsprache ausmacht, zeigt der Artikel Bildsprache im Unternehmen.

Bewertungen: einholen und beantworten

Bewertungen sind für viele Suchende das wichtigste Entscheidungskriterium im Profil. Bitten Sie zufriedene Kunden nach einem abgeschlossenen Auftrag gezielt darum. Im Profil finden Sie einen Link, der direkt zum Bewertungsformular führt; diesen können Sie als Kurzlink oder QR-Code auf Rechnung, Visitenkarte oder in der Abschluss-E-Mail verwenden.

Was Sie vermeiden sollten:

  • Bewertungen kaufen, selbst schreiben oder von Bekannten ohne echten Kundenkontakt schreiben lassen. Das ist irreführend und kann wettbewerbsrechtlich abgemahnt werden.
  • Gegenleistungen für Bewertungen anbieten, etwa Rabatte. Google untersagt Anreize für Bewertungen in seinen Richtlinien.
  • Nur ausgewählte, sicher zufriedene Kunden um eine Bewertung bitten und andere bewusst aussortieren.

Beantworten Sie Bewertungen, auch die positiven, kurz und persönlich. Bei Kritik gilt: sachlich bleiben, keine Kundendaten nennen, ein Gesprächsangebot machen. Ihre Antwort lesen vor allem künftige Kunden. Wie Empfehlungen und Website zusammenwirken, beschreibt der Artikel Mundpropaganda und Website.

Das Profil laufend pflegen

Ein einmal angelegtes Profil veraltet schnell. Außerdem können andere Nutzer Änderungen vorschlagen, die Google unter Umständen übernimmt. Wer regelmäßig hineinschaut, bemerkt falsche Öffnungszeiten oder eine geänderte Telefonnummer rechtzeitig.

Checkliste: monatliche Profilpflege

  • Öffnungszeiten und kommende Sonder-Öffnungszeiten geprüft
  • Vorgeschlagene Änderungen durch Google oder Nutzer kontrolliert
  • Neue Bewertungen beantwortet
  • Zwei oder drei neue Fotos aus dem Arbeitsalltag hochgeladen
  • Bei Bedarf einen Beitrag zu Aktion, Termin oder Neuigkeit veröffentlicht
  • Leistungen und Beschreibung noch aktuell
  • Statistiken angesehen: Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks

Die Statistiken im Profil zeigen, wie oft Menschen angerufen, eine Route geplant oder die Website besucht haben. Sie sind eine einfache Erfolgskontrolle. Wer mehr wissen will, ergänzt sie mit den Daten der Google Search Console, vorgestellt im Artikel zu SEO-Analyse-Tools.

Beiträge und Fotos sinnvoll nutzen

Über das Profil können Sie kurze Beiträge veröffentlichen, etwa zu einer Aktion, einem Termin, geänderten Öffnungszeiten oder einem abgeschlossenen Projekt. Sie ersetzen keinen Social-Media-Kanal, zeigen Suchenden aber, dass der Betrieb aktiv ist. Ein Beitrag mit einem eigenen Foto und zwei, drei Sätzen genügt; ein Link auf die passende Seite Ihrer Website führt Interessierte weiter.

Auch Kunden können Fotos zu Ihrem Profil hochladen. Sehen Sie diese gelegentlich durch. Bilder, die nicht Ihren Betrieb zeigen oder unpassend sind, können Sie bei Google melden. Die beste Vorbeugung sind ausreichend eigene, aktuelle Fotos, die das Profil prägen.

Wer mehrere Standorte betreibt, legt für jeden Standort ein eigenes Profil an, jeweils mit eigener Adresse, eigenen Öffnungszeiten und einem Link auf die Standortseite der Website. Für viele Standorte bietet Google eine Gruppenverwaltung an.

Zugänge sauber regeln

Ein häufiger Fehler: Das Profil hängt am privaten Konto eines ehemaligen Mitarbeiters oder einer Agentur. Halten Sie die Inhaberrolle selbst und geben Sie Dienstleistern oder Mitarbeitenden nur die Rolle eines Verwalters. So bleibt der Zugriff beim Betrieb, auch wenn eine Zusammenarbeit endet. Mehrere Inhaber sind möglich, etwa bei zwei Geschäftsführern.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler Folge Besser
Zweites Profil statt Beanspruchung Dubletten, verteilte Bewertungen Bestehendes Profil beanspruchen
Suchbegriffe im Namen Korrektur oder Sperrung Echter Name wie auf dem Schild
Virtuelles Büro oder Briefkastenadresse Nicht zulässig, Sperrrisiko Echter Standort oder Einzugsgebiet
Abweichende Kontaktdaten Verunsicherte Kunden Gleiche Schreibweise auf Website und Verzeichnissen
Veraltete Öffnungszeiten Enttäuschte Besucher, schlechte Bewertungen Sonder-Öffnungszeiten vorab eintragen

Profil und Website ergänzen sich

Das Unternehmensprofil ersetzt keine Website. Es liefert die schnelle Antwort auf „Wer, wo, wann geöffnet?“, die Website erklärt Leistungen, Preise oder Ablauf im Detail. Verlinken Sie im Profil auf die passende Seite, bei mehreren Standorten jeweils auf die Standortseite. Wie Sie danach mehr Menschen auf die Website bringen, sammelt der Artikel Mehr Website-Besucher.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Nein, das Profil selbst ist kostenlos. Kosten entstehen nur, wenn Sie zusätzlich Anzeigen schalten. Seien Sie vorsichtig bei Anrufen oder Schreiben, die angeblich im Auftrag von Google eine kostenpflichtige Verlängerung oder Bestätigung des Eintrags verlangen.
Kann ich ein Profil ohne Ladengeschäft anlegen?
Ja, wenn Sie Ihre Kunden persönlich aufsuchen, etwa als Handwerksbetrieb oder mobiler Dienst. Sie geben dann ein Einzugsgebiet an und können die Adresse ausblenden. Reine Online-Geschäfte ohne persönlichen Kundenkontakt sind laut Google-Richtlinien nicht für ein Unternehmensprofil vorgesehen.
Was tun, wenn jemand anderes mein Profil verwaltet?
Über das Profil können Sie die Inhaberschaft anfordern. Der bisherige Inhaber wird benachrichtigt und kann zustimmen oder ablehnen; reagiert er nicht, bietet Google je nach Fall eine eigene Bestätigung an. Legen Sie kein zweites Profil an, denn Dubletten werden zusammengeführt oder entfernt.
Darf ich negative Bewertungen löschen?
Selbst löschen können Sie Bewertungen nicht. Sie können sie bei Google melden, wenn sie gegen die Richtlinien verstoßen, etwa weil sie beleidigend sind oder offensichtlich nicht von Kunden stammen. Bei rechtswidrigen Inhalten gibt es zusätzlich ein Formular für rechtliche Beschwerden. In allen anderen Fällen hilft eine sachliche, freundliche Antwort am meisten.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Werbe-Wissen. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.