Kapitel 04

Papier und Druck von A bis Z

Welches Papier passt zu Briefbogen, Flyer und Visitenkarte, welches Druckverfahren lohnt sich bei welcher Auflage, und wie legen Sie Druckdaten an, die ohne Rückfragen durchlaufen?

Auch im digitalen Zeitalter drucken die meisten Betriebe regelmäßig: Visitenkarten, Briefbögen, Flyer, Preislisten, Gutscheine oder Plakate. Wer die Grundbegriffe von Papier und Druck kennt, bekommt bessere Ergebnisse, spart Geld und vermeidet die typischen Rückfragen der Druckerei. Dieses Kapitel ist ein Nachschlagewerk zu den wichtigsten Begriffen und Entscheidungen.

Papier: Gewicht, Oberfläche, Haptik

Grammatur

Die Grammatur gibt an, wie viel Gramm ein Quadratmeter Papier wiegt. Sie ist das wichtigste Maß für die Festigkeit. Als grobe Orientierung:

Drucksache Übliche Grammatur
Kopier- und Druckerpapier 80 g/m²
Briefbogen 90 bis 120 g/m²
Flyer, Handzettel 115 bis 170 g/m²
Broschürenumschlag, Postkarte 250 bis 350 g/m²
Visitenkarte 300 bis 400 g/m²

Bei gleicher Grammatur können Papiere unterschiedlich dick wirken. Das beschreibt das Volumen: Voluminöse Naturpapiere fühlen sich kräftiger an als glatte, gestrichene Papiere mit gleichem Gewicht.

Gestrichen oder ungestrichen

Gestrichene Papiere haben eine Oberflächenbeschichtung, die Farbe auf der Oberfläche hält. Bilder werden brillant und scharf, es gibt sie glänzend, seidenmatt und matt. Ungestrichene Papiere, oft Naturpapiere genannt, nehmen Farbe stärker auf. Farben wirken dadurch weicher und matter, dafür lässt sich das Papier gut beschreiben und bedrucken, etwa im Laserdrucker. Für Briefbögen, die im Büro bedruckt werden, ist ungestrichenes Papier deshalb meist die bessere Wahl.

Weitere Eigenschaften

  • Opazität: Wie undurchsichtig das Papier ist. Bei beidseitigem Druck wichtig, damit nichts durchscheint.
  • Weiße: Hochweiße Papiere wirken frisch und kühl, gelblichere Papiere warm und natürlich.
  • Laufrichtung: Die Richtung, in der die Fasern liegen. Parallel zur Laufrichtung gefalzt bricht das Papier weniger.
  • Recyclingpapier: Moderne Recyclingpapiere sind in vielen Weißegraden erhältlich. Umweltzeichen wie der Blaue Engel geben Orientierung.

Formate

In Deutschland gelten die Formate der DIN-A-Reihe: A4 misst 210 × 297 Millimeter, A5 ist die Hälfte davon, A6 wiederum die Hälfte von A5. Jedes Format entsteht durch Halbieren der längeren Seite des nächstgrößeren. Briefumschläge folgen der C-Reihe und dem Format DIN lang (110 × 220 Millimeter) für einen zweimal gefalzten A4-Brief. Flyer werden häufig in DIN lang gefalzt, weil das Format in Prospekthalter und Umschläge passt.

Druckverfahren

Der Digitaldruck arbeitet ohne Druckplatten, ähnlich einem großen Laserdrucker. Er lohnt sich für kleine Auflagen, schnelle Lieferung und personalisierte Inhalte wie nummerierte Gutscheine. Der Offsetdruck überträgt Farbe über Druckplatten und Gummituch aufs Papier. Er braucht mehr Vorbereitung, liefert aber bei großen Auflagen niedrige Stückkosten und ermöglicht Sonderfarben. Für Banner, Folien und Schilder kommen Großformatdruck und Plotten zum Einsatz, mehr dazu im Kapitel Lokale Werbung.

Druckdaten richtig anlegen

Die meisten Probleme in der Druckerei entstehen durch fehlerhafte Daten. Online-Druckereien prüfen Dateien oft automatisch und lehnen sie ab oder drucken sie unverändert, mit allen Fehlern. Halten Sie sich an das Datenblatt Ihrer Druckerei und an diese Grundregeln:

Checkliste: Druckdaten

  • Dokument im Endformat plus Beschnitt angelegt, meist 3 mm je Seite
  • Wichtige Texte und Logos mit Sicherheitsabstand zum Rand, meist 3 bis 5 mm
  • Farbraum CMYK mit dem von der Druckerei genannten Farbprofil, Sonderfarben richtig benannt
  • Bilder mit etwa 300 dpi in der tatsächlichen Druckgröße
  • Schwarze Texte nur in 100 Prozent Schwarz, nicht aus allen vier Farben gemischt
  • Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt
  • Export als PDF/X, etwa PDF/X-3 oder PDF/X-4, wie von der Druckerei gewünscht
  • Korrekturabzug oder Proof vor dem Druck geprüft

Ein häufiger Fehler sind Bilder aus dem Internet oder Logos als kleine JPG-Datei. Sie sehen am Bildschirm gut aus, werden im Druck aber pixelig. Ein anderer ist zu viel Farbe: Gesamtfarbaufträge nahe 400 Prozent, also alle vier Farben voll übereinander, trocknen schlecht. Viele Druckereien geben deshalb einen Höchstwert vor.

Vergleich: RGB und CMYK

RGB

Lichtfarben für Bildschirm, Website und soziale Medien. Großer Farbraum mit sehr leuchtenden Tönen. Angabe oft als HEX-Wert, etwa #B3241B.

CMYK

Druckfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz). Kleinerer Farbraum, Ergebnis hängt von Papier und Druckverfahren ab. Für exakte Firmenfarben gibt es Sonderfarben wie Pantone oder HKS.

Veredelung

Veredelungen machen Drucksachen besonders: Lack schützt und setzt glänzende oder matte Akzente, als partieller Lack auch nur auf dem Logo. Folienkaschierung macht Umschläge strapazierfähig, mit Soft-Touch-Folie fühlen sie sich samtig an. Prägung formt Logo oder Schrift erhaben oder vertieft ins Papier, Heißfolienprägung bringt metallische Effekte. Veredelungen erhöhen Kosten und Lieferzeit und sollten zum Erscheinungsbild passen. Bei Papieren, die später beschrieben werden sollen, ist Zurückhaltung angebracht.

Wie das Kapitel weitergeht

Die Artikel in diesem Kapitel vertiefen die Papiersorten von A bis Z, zeigen Falzarten, Formate und Druckdaten für Flyer und erklären Beschnitt, CMYK und PDF/X ausführlich mit Beispielen. Wie die Drucksachen zusammenspielen, beschreibt das Kapitel Geschäftsausstattung.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was bedeutet die Grammatur bei Papier?
Die Grammatur gibt das Gewicht eines Quadratmeters Papier in Gramm an. Normales Kopierpapier hat meist 80 Gramm pro Quadratmeter, Briefbögen oft 90 bis 120, Flyer 135 bis 170 und Visitenkarten 300 und mehr. Höhere Grammatur wirkt fester und wertiger, verteuert aber Papier und Porto.
Was ist Beschnitt und warum brauche ich ihn?
Beschnitt ist ein Rand, um den Hintergründe und randabfallende Bilder über das Endformat hinaus verlängert werden. Gedruckt wird auf größere Bogen, die danach geschnitten werden. Weil der Schnitt minimal schwanken kann, verhindert der Beschnitt weiße Blitzer am Rand. Üblich sind zwei bis drei Millimeter je Seite.
Offsetdruck oder Digitaldruck?
Digitaldruck lohnt sich für kleine Auflagen und personalisierte Drucksachen, weil keine Druckplatten nötig sind. Offsetdruck hat höhere Einrichtungskosten, ist aber bei großen Auflagen günstiger pro Stück und bietet große Papierauswahl sowie Sonderfarben. Wo die Grenze liegt, hängt von Produkt und Druckerei ab.
Warum sehen gedruckte Farben anders aus als am Bildschirm?
Bildschirme mischen Licht aus Rot, Grün und Blau, der Druck mischt Farbe aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Der druckbare Farbraum ist kleiner, besonders leuchtende Töne lassen sich nicht exakt wiedergeben. Zudem verändert das Papier die Wirkung: Auf Naturpapier wirken Farben matter als auf gestrichenem Papier.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion Werbe-Wissen. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.