Kapitel 09 · Online gefunden werden

Kostenlose SEO-Analyse-Tools im Überblick

Welche kostenlosen Werkzeuge zeigen, wie Ihre Website in Suchmaschinen dasteht? Ein Überblick über die wichtigsten Tools, was sie messen und wo ihre Grenzen liegen.

Die wichtigsten SEO-Analysen kosten nichts. Mit der Google Search Console, den Bing Webmaster Tools, PageSpeed Insights und einem Crawler in der Gratisversion sehen Sie, wofür Ihre Website gefunden wird, ob alle Seiten im Index sind, wie schnell sie laden und wo technische Fehler stecken. Bezahltools werden erst interessant, wenn Sie Wettbewerber und viele Suchbegriffe dauerhaft beobachten wollen.

Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung erklärt das Kapitel Online gefunden werden. Dieser Artikel stellt die Werkzeuge im Einzelnen vor und zeigt, welche Frage Sie mit welchem Tool beantworten.

Welches Tool beantwortet welche Frage?

Frage Werkzeug Kosten
Für welche Suchbegriffe erscheint meine Seite? Google Search Console kostenlos
Sind alle Seiten bei Google im Index? Google Search Console kostenlos
Wie sieht es bei Bing aus? Bing Webmaster Tools kostenlos
Wie schnell lädt die Seite auf dem Smartphone? PageSpeed Insights, Lighthouse kostenlos
Gibt es kaputte Links, doppelte oder fehlende Titel? Crawler wie Screaming Frog (Gratisversion) kostenlos mit Limit
Wonach suchen Menschen in meiner Branche? Google Keyword Planner, Google Trends kostenlos, Planner mit Google-Ads-Konto
Werden strukturierte Daten erkannt? Test für Rich-Suchergebnisse kostenlos
Ist die Seite barrierearm? Lighthouse, Browser-Erweiterungen wie WAVE kostenlos

Google Search Console: das Pflichtwerkzeug

Die Search Console ist die einzige Quelle, die echte Daten aus der Google-Suche liefert. Nach der Bestätigung, dass Ihnen die Website gehört, sehen Sie unter anderem:

  • Leistung: Suchanfragen, Impressionen, Klicks, Klickrate und durchschnittliche Position, filterbar nach Seite, Land und Gerät
  • Seiten (Indexierung): welche Adressen im Index sind und warum andere fehlen, etwa wegen Weiterleitung, Duplikat oder „noindex“
  • URL-Prüfung: wie Google eine einzelne Seite sieht, mit der Möglichkeit, eine Neuaufnahme anzustoßen
  • Sitemaps: Einreichen der Sitemap, damit Google neue Seiten schneller findet
  • Nutzerfreundlichkeit: Hinweise zu Ladezeit-Messwerten aus echten Besuchen, sofern genug Daten vorliegen

Ein praktischer Einstieg: Filtern Sie den Leistungsbericht auf eine Ihrer Leistungsseiten und sehen Sie nach, mit welchen Begriffen sie erscheint. Oft tauchen dort Fragen auf, die der Text noch nicht beantwortet. Genau daraus entstehen neue Absätze oder eigene Seiten.

Bing Webmaster Tools

Das Gegenstück von Microsoft zeigt Suchbegriffe, Indexierung und technische Hinweise für die Suchmaschine Bing. Einige andere Suchdienste greifen auf den Bing-Index zurück, die Anmeldung lohnt sich daher auch bei kleinem Bing-Anteil. Praktisch: Eine bereits in der Search Console bestätigte Website lässt sich mit wenigen Klicks importieren. Die Bing Webmaster Tools enthalten zudem einen einfachen Website-Scan, der typische Fehler wie fehlende Beschreibungen auflistet.

PageSpeed Insights und Lighthouse

PageSpeed Insights misst Ladezeit und Nutzbarkeit einer einzelnen Adresse, getrennt für Mobilgeräte und Desktop. Die Seite zeigt zwei Arten von Daten: Felddaten aus echten Besuchen von Chrome-Nutzern, sofern die Website genug Besucher hat, und Labordaten aus einer simulierten Messung. Für kleine Websites gibt es oft nur Labordaten.

Lighthouse steckt in den Entwicklertools des Chrome-Browsers und liefert dieselbe Labormessung lokal, ergänzt um Prüfungen zu Barrierefreiheit, bewährten Verfahren und Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung. Nehmen Sie die Punktzahl nicht als Selbstzweck. Wichtig sind die konkreten Hinweise, etwa zu großen Bildern oder blockierenden Skripten. Messen Sie mehrmals, weil die Werte schwanken.

Crawler: die Website aus Sicht der Suchmaschine

Ein Crawler ruft alle verlinkten Seiten Ihrer Website ab und listet auf, was er findet: Statuscodes, Weiterleitungen, kaputte Links, Seitentitel, Beschreibungen, Überschriften und Bildgrößen. Der bekannteste ist der Screaming Frog SEO Spider, dessen kostenlose Version eine begrenzte Zahl von Adressen prüft. Für die Website eines kleinen Betriebs reicht das in der Regel aus. Typische Funde sind:

  • Links auf Seiten, die nicht mehr existieren (Status 404)
  • Seiten ohne Titel oder mit identischem Titel
  • Ketten aus mehreren Weiterleitungen nach einem Relaunch
  • Bilder ohne Alternativtext oder mit mehreren Megabyte Dateigröße

Daneben gibt es Online-Prüfdienste mit Gratis-Kontingent, die ähnliche Analysen im Browser erledigen. Die Ergebnisse unterscheiden sich im Detail, die wichtigsten Fehler finden aber alle.

Werkzeuge für Suchbegriffe

Welche Begriffe Ihre Kunden eingeben, zeigt der Google Keyword Planner. Er ist Teil von Google Ads und erfordert ein Konto, aber keine laufende Kampagne. Ohne aktive Anzeigen zeigt er Suchvolumen oft nur als grobe Spanne. Für lokale Betriebe sind die Zahlen ohnehin klein; nützlicher sind die verwandten Begriffe, die das Tool vorschlägt.

Google Trends zeigt, wie sich das Interesse an einem Begriff über die Zeit und nach Regionen entwickelt. Das hilft bei saisonalen Themen, etwa wann im Jahr nach Heizungswartung oder Gartenplanung gesucht wird. Eine einfache, oft unterschätzte Quelle sind außerdem die Vorschläge der Suchmaschine selbst: Autovervollständigung und die Fragen, die bei vielen Suchen unter „Ähnliche Fragen“ erscheinen.

Merksatz

Externe Tools schätzen, die Search Console misst. Wenn Zahlen voneinander abweichen, gilt für Ihre eigene Website die Search Console.

Webanalyse: was nach dem Klick passiert

Die Search Console endet beim Klick. Was Besucher danach auf Ihrer Website tun, zeigt ein Webanalyse-Werkzeug: welche Seiten gelesen werden, woher die Besucher kommen und ob sie anrufen oder ein Formular absenden. Verbreitet ist Google Analytics 4, das kostenlos ist, aber Einarbeitung braucht. Daneben gibt es datensparsame Alternativen, teils als quelloffene Software zum Selbstbetrieb, teils als günstiger Dienst. Welches Werkzeug Sie auch wählen: Prüfen Sie, ob für den Einsatz eine Einwilligung der Besucher nötig ist, und nennen Sie es in der Datenschutzerklärung. Für kleine Betriebe genügt es oft, wenige Kennzahlen zu beobachten, etwa Anfragen über das Formular und Klicks auf die Telefonnummer.

Strukturierte Daten und Barrierefreiheit prüfen

Mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google prüfen Sie, ob strukturierte Daten, etwa zu Öffnungszeiten, Fragen und Antworten oder Veranstaltungen, korrekt erkannt werden. Der Schema Markup Validator prüft dieselben Auszeichnungen unabhängig von Google.

Für die Barrierefreiheit liefern Lighthouse und Browser-Erweiterungen wie WAVE einen ersten automatischen Befund zu Kontrasten, Alternativtexten und Formularbeschriftungen. Automatische Tests finden aber nur einen Teil der Probleme. Was zusätzlich von Hand geprüft werden sollte, steht in der Checkliste nach BFSG und WCAG.

Ein einfacher Prüfplan für den Betrieb

Checkliste: SEO-Prüfung in 30 Minuten pro Monat

  • Search Console: Klicks und Impressionen mit dem Vormonat vergleichen
  • Search Console: neue Meldungen unter Seiten und Nutzerfreundlichkeit prüfen
  • Die drei wichtigsten Leistungsseiten in PageSpeed Insights mobil messen
  • Suchbegriffe ansehen, für die Seiten auf Position 5 bis 20 stehen: hier lohnt Nacharbeit am Text
  • Nach Änderungen an der Website: Crawl laufen lassen und kaputte Links beheben
  • Statistiken im Unternehmensprofil ansehen: Anrufe, Wegbeschreibungen, Website-Klicks

Die Zahlen sind nur der Anfang. Welche Maßnahmen tatsächlich mehr Besucher bringen, beschreibt der Artikel Mehr Besucher auf der Website. Für lokale Betriebe gehört dazu immer auch das Google-Unternehmensprofil, dessen eigene Statistiken zeigen, wie viele Menschen anrufen oder eine Route planen.

Wann sich ein Bezahltool lohnt

Kostenpflichtige SEO-Suiten bündeln Rankingbeobachtung, Wettbewerbsanalyse, Backlink-Daten und Website-Audits. Sie lohnen sich, wenn Sie viele Suchbegriffe regelmäßig verfolgen, mehrere Websites betreuen oder in einem umkämpften Markt arbeiten. Viele Anbieter haben kostenlose Testphasen oder eingeschränkte Gratiskonten. Probieren Sie diese aus, bevor Sie ein Abo abschließen, und prüfen Sie, ob Sie die Daten wirklich nutzen. Für die meisten kleinen Betriebe ist Zeit für gute Inhalte die bessere Investition als ein weiteres Werkzeug.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welches kostenlose SEO-Tool ist das wichtigste?
Die Google Search Console. Sie zeigt als einziges Werkzeug Daten direkt aus Google: mit welchen Suchbegriffen Ihre Seiten erscheinen, wie oft sie geklickt werden, welche Seiten im Index sind und ob es technische Probleme gibt. Alle anderen Tools schätzen diese Werte nur.
Warum zeigen verschiedene SEO-Tools unterschiedliche Werte?
Externe Tools beobachten eine Auswahl an Suchbegriffen mit eigenen Datenquellen und rechnen Suchvolumen und Besucherzahlen hoch. Je kleiner die Website und je lokaler das Thema, desto ungenauer sind diese Schätzungen. Verlässlich für die eigene Seite sind nur die Daten aus Search Console und Webanalyse.
Wie oft sollte ich meine Website mit SEO-Tools prüfen?
Für einen kleinen Betrieb genügt ein Blick in die Search Console etwa einmal im Monat sowie nach größeren Änderungen an der Website. Einen technischen Crawl lohnt es sich, nach jedem Umbau und ansonsten ein- bis zweimal im Jahr zu machen.
Brauche ich für die Search Console technische Kenntnisse?
Kaum. Sie melden sich mit einem Google-Konto an und bestätigen, dass Ihnen die Website gehört, etwa per DNS-Eintrag bei Ihrem Domainanbieter oder per Datei auf dem Server. Viele Baukästen und CMS-Erweiterungen bieten dafür eine einfache Eingabemaske.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Werbe-Wissen. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.