Briefbogen nach DIN 5008: Maße, Felder und Vorlage erklärt
Wo Anschrift, Informationsblock, Betreff und Fußzeile auf dem Briefbogen stehen, wie sich Form A und Form B unterscheiden und wie Sie eine eigene Vorlage Schritt für Schritt anlegen.
Ein Briefbogen nach DIN 5008 sorgt dafür, dass die Empfängeranschrift genau im Fenster eines Standardumschlags erscheint und Leser Datum, Ansprechpartner und Betreff an gewohnter Stelle finden. Die wichtigsten Maße sind ein linker Rand von 25 Millimetern, ein Anschriftfeld von 85 mal 45 Millimetern im Abstand von 20 Millimetern zum linken Blattrand und ein Briefkopf von 27 Millimetern (Form A) oder 45 Millimetern (Form B). Dieser Artikel ergänzt die Übersicht im Kapitel Geschäftsausstattung um die Details, die Sie für eine eigene Vorlage brauchen.
Was die DIN 5008 regelt und was nicht
Die DIN 5008 ist eine Norm des Deutschen Instituts für Normung. Sie beschreibt Schreibregeln, etwa für Datum, Telefonnummern und Beträge, und die Gestaltung von Geschäftsbriefen. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht. Ihr praktischer Nutzen liegt in der Kompatibilität: Falzmarken, Anschriftfeld und Fensterumschläge sind aufeinander abgestimmt.
Was die Norm nicht regelt, sind Gestaltung von Logo, Farben und Schriften. Diese kommen aus Ihrem Corporate Design. Auch die gesetzlichen Pflichtangaben stehen nicht in der Norm, sondern im Handelsgesetzbuch und im GmbH-Gesetz. Welche das für Ihre Rechtsform sind, erklärt der Artikel zur Impressumspflicht auf Website und Geschäftspapier.
Die Felder des Briefbogens im Überblick
Ein Geschäftsbrief nach DIN 5008 gliedert die erste Seite in feste Zonen. Von oben nach unten:
- Briefkopf mit Logo, Firmenname und gegebenenfalls Kurzadresse
- Anschriftfeld links mit Zusatz- und Vermerkzone und Anschriftzone
- Informationsblock rechts neben dem Anschriftfeld oder alternativ eine Bezugszeichenzeile darunter
- Betreff, Anrede, Brieftext, Gruß und Unterschrift
- Anlagen- und Verteilvermerke, wenn nötig
- Fußzeile mit Geschäftsangaben
| Element | Lage auf dem Blatt (A4, 210 × 297 mm) |
|---|---|
| Briefkopf | Form A: 27 mm hoch, Form B: 45 mm hoch |
| Anschriftfeld | 85 × 45 mm, beginnt 20 mm vom linken Rand direkt unter dem Briefkopf |
| Zusatz- und Vermerkzone | oberer Teil des Anschriftfelds, Form A 3 Zeilen, Form B 5 Zeilen |
| Anschriftzone | unterer Teil des Anschriftfelds, 6 Zeilen |
| Informationsblock | rechts, beginnt 125 mm vom linken Rand, Form A 32 mm, Form B 50 mm von oben |
| Textbereich | linker Rand 25 mm, rechter Rand mindestens 20 mm |
| Falzmarken | Form A: 87 und 192 mm, Form B: 105 und 210 mm von oben |
| Lochmarke | 148,5 mm von oben, also auf halber Blatthöhe |
Die Falzmarken sind kurze Striche am linken Blattrand. Sie zeigen, wo der Brief für einen Umschlag im Format DIN lang gefaltet wird. Die Lochmarke hilft beim mittigen Lochen für den Ordner.
Das Anschriftfeld: Zusatzzone und Anschriftzone
Das Anschriftfeld ist zweigeteilt. Oben steht die Zusatz- und Vermerkzone. Hierhin gehören eine kleine Rücksendeangabe mit Ihrer eigenen Adresse in einer Zeile sowie Vermerke der Post, etwa Einschreiben oder Büchersendung. Bleibt die Zone leer, ist das kein Fehler.
Darunter folgt die Anschriftzone mit bis zu sechs Zeilen für den Empfänger: Firma, gegebenenfalls Ansprechpartner, Straße und Hausnummer oder Postfach, Postleitzahl und Ort, bei Auslandsbriefen das Land in Großbuchstaben in der letzten Zeile. Leerzeilen zwischen Straße und Ort sind nach heutiger Fassung nicht mehr vorgesehen.
Fenster testen statt rechnen
Fensterumschläge unterscheiden sich je nach Hersteller leicht in Größe und Lage des Fensters. Drucken Sie Ihre Vorlage mit einer echten Anschrift aus, falten Sie an den Falzmarken und stecken Sie das Blatt in den Umschlag, den Sie tatsächlich verwenden. Rutscht die Adresse aus dem Fenster, passen Sie den Abstand an, bevor Sie Briefbögen drucken lassen.
Informationsblock oder Bezugszeichenzeile
Für Ansprechpartner, Kontaktdaten und Datum bietet die Norm zwei Varianten. Der Informationsblock steht rechts neben dem Anschriftfeld und listet Angaben untereinander: Ihr Zeichen, Ihre Nachricht vom, Unser Zeichen, Name, Telefon, E-Mail und zuletzt das Datum. Er ist heute die verbreitetere Form, weil er flexibel ist und sich gut in Textverarbeitungsvorlagen umsetzen lässt.
Die Bezugszeichenzeile ist eine waagerechte Zeile unter dem Anschriftfeld mit festen Spalten für dieselben Angaben. Sie wirkt formeller und findet sich vor allem in Behörden und größeren Unternehmen mit Aktenzeichen. Für kleine Betriebe ist der Informationsblock meist praktischer.
Das Datum schreiben Sie entweder numerisch als 27.10.2026, international als 2026-10-27 oder ausgeschrieben als 27. Oktober 2026. Halten Sie sich innerhalb des Betriebs an eine Variante.
Vom Betreff bis zur Unterschrift
Unter Anschriftfeld und Informationsblock beginnt der eigentliche Brief. Die Norm gibt Abstände in Leerzeilen vor, damit der Brief ruhig und gegliedert wirkt:
- Betreff nach zwei Leerzeilen, ohne das Wort „Betreff“ davor, gern fett
- Anrede nach zwei Leerzeilen, gefolgt von einem Komma
- Brieftext nach einer Leerzeile, Absätze durch je eine Leerzeile getrennt
- Grußformel nach einer Leerzeile
- Unterschrift mit etwa drei Leerzeilen Platz, darunter der Name in Maschinenschrift
- Anlagen nach einer Leerzeile, eingeleitet mit dem Wort Anlage oder Anlagen
Hervorhebungen im Text sind sparsam einzusetzen. Fett eignet sich für einzelne Schlüsselbegriffe, Unterstreichungen wirken heute meist veraltet und werden leicht mit Links verwechselt.
Fußzeile und Pflichtangaben
Die Fußzeile ist der richtige Ort für Angaben, die auf jedem Brief stehen müssen oder sollen: vollständige Firma mit Rechtsform, Sitz, Registergericht und Registernummer, bei der GmbH die Geschäftsführung, dazu Bankverbindung, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und Kontaktwege. Bewährt haben sich drei oder vier Spalten in kleiner, aber gut lesbarer Schrift.
Achten Sie darauf, dass der Brieftext nicht in die Fußzeile läuft. Legen Sie in der Vorlage einen unteren Rand fest, der oberhalb der Fußzeile endet, und lassen Sie die Textverarbeitung automatisch auf eine Folgeseite umbrechen.
Die Folgeseite
Ab Seite zwei entfallen Anschriftfeld und Informationsblock. Ein kleines Logo oder der Firmenname oben, eine Seitenangabe wie „Seite 2 von 3“ und dieselben Seitenränder wie auf Seite eins genügen. Die Fußzeile kann wiederholt werden, muss aber nicht. In der Textverarbeitung legen Sie dafür eine abweichende erste Seite an, sodass Briefkopf und Fußzeile nur auf Seite eins erscheinen.
Muster: Aufbau einer Briefvorlage (Form B)
[Logo und Firmenname im Briefkopf, 45 mm hoch]
[Firma · Straße Nr. · PLZ Ort] (Rücksendeangabe, klein)
[Empfängerfirma]
[Vorname Nachname]
[Straße Nr.]
[PLZ Ort]
Rechts daneben: Ihr Zeichen: [ ] · Ihre Nachricht vom: [ ] · Unser Zeichen: [ ] · Name: [ ] · Telefon: [ ] · E-Mail: [ ] · Datum: [TT.MM.JJJJ]
[Betreff in einer Zeile]
Sehr geehrte Frau [Nachname],
[Brieftext in Absätzen]
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Vorname Nachname]
Anlagen
[Liste der Anlagen]
Fußzeile: [Firma mit Rechtsform · Sitz · Registergericht · Registernummer · Geschäftsführung · Bank · USt-IdNr.]
Schritt für Schritt zur eigenen Vorlage
- Seite einrichten: A4, linker Rand 25 mm, rechter Rand 20 mm, abweichende erste Seite aktivieren.
- Briefkopf anlegen: Form wählen, Logo in der Kopfzeile platzieren, Höhe auf 27 oder 45 mm begrenzen.
- Anschriftfeld als Textfeld setzen: 85 × 45 mm, 20 mm vom linken Rand, mit fester Position auf der Seite, damit es beim Schreiben nicht verrutscht.
- Informationsblock als zweites Textfeld rechts daneben anlegen.
- Falz- und Lochmarken als kurze Linien am linken Rand in die Kopfzeile setzen.
- Fußzeile mit den Geschäftsangaben füllen und Absatzformate für Betreff, Text und Anlagen definieren.
- Probedruck auf dem echten Papier mit Umschlagtest.
Speichern Sie das Ergebnis als Dokumentvorlage und nicht als normales Dokument. So startet jeder neue Brief mit leerem Inhalt und unveränderten Feldern.
Vorgedruckt oder komplett digital?
Viele Betriebe drucken heute den gesamten Brief samt Briefkopf im Büro und versenden ihn häufig als PDF. Vorgedruckte Briefbögen lohnen sich, wenn Sie eine Sonderfarbe, ein besonders hochwertiges Papier oder eine Veredelung wünschen, die der Bürodrucker nicht leisten kann. In diesem Fall enthält der Vordruck nur Kopf, Fußzeile und Marken, und die Vorlage in der Textverarbeitung lässt diese Bereiche frei. Welche Papiere sich für Briefbögen eignen und warum Laser- und Tintenstrahldrucker unterschiedliche Anforderungen stellen, erklärt der Artikel zu Papiersorten von A bis Z.
Checkliste: Briefbogen prüfen
- Anschrift erscheint vollständig im Fenster des verwendeten Umschlags
- Falzmarken passen zur gewählten Form A oder B
- Informationsblock endet mit dem Datum
- Text läuft nicht in die Fußzeile
- Alle Pflichtangaben der Rechtsform stehen in der Fußzeile
- Folgeseite ohne Briefkopf, mit Seitenangabe
- Vorlage als Dokumentvorlage gespeichert und an alle verteilt
Weitere Begriffe rund um Brief und Druck finden Sie im Glossar.
Fragen und Antworten
- Soll ich Form A oder Form B verwenden?
- Form B ist für die meisten Betriebe die bessere Wahl, weil der 45 Millimeter hohe Briefkopf genug Platz für Logo und Absender lässt. Form A mit 27 Millimetern Kopfhöhe passt zu sehr schlichten Briefbögen oder wenn auf der ersten Seite möglichst viel Text stehen soll. Wichtig ist nur, dass Briefkopf, Anschriftfeld und Falzmarken zur gewählten Form passen.
- Wohin gehört das Datum im Geschäftsbrief?
- Bei Verwendung eines Informationsblocks steht das Datum dort als letzte Angabe, rechts neben dem Anschriftfeld. Wer statt des Informationsblocks eine Bezugszeichenzeile nutzt, setzt das Datum in die dafür vorgesehene Spalte dieser Zeile unterhalb des Anschriftfelds.
- Brauche ich auf der Folgeseite den kompletten Briefkopf?
- Nein. Für Folgeseiten genügt ein schlichter Bogen mit kleinem Logo oder ganz ohne Gestaltung. Bei mehrseitigen Briefen ist eine Seitenangabe wie Seite 2 von 3 sinnvoll, damit Empfänger erkennen, ob der Brief vollständig ist.
- Welche Schriftgröße ist für Geschäftsbriefe üblich?
- Für den Brieftext sind je nach Schrift etwa 10 bis 12 Punkt gebräuchlich. Entscheidend ist die Lesbarkeit im Ausdruck. Kleinere Größen bleiben der Fußzeile und der Rücksendeangabe vorbehalten, sollten aber nicht so klein werden, dass sie im Kopierer oder Scan unleserlich sind.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Werbe-Wissen. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.